Die Geschichte des Baby V

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Ende 1999 sprach uns unser Fluglehrer an, ob wir nicht Interesse hätten ein Grunau Baby V

zu restaurieren und wieder zum Luftverkehr zulassen wollten. Er hätte da ein recht günstiges Angebot für uns. Wir, das waren damals 3 Scheininhaber und zwei Flugschüler des LSV-Eschendorf, und bei dem Baby V handelt es sich um ein doppelsitziges Segelflugzeug aus dem Jahre 1959, hergestellt bei der Fa. Gomolzig in Wuppertal. Laut Hersteller wurden damals 5 Stück davon gebaut. Wir wissen zur Zeit das ein Exemplar nach England verkauft wurde und ein weiteres Exemplar sich in den Händen der roten Herzen, einer befreundeten Oldtimer- Gruppe aus Achmer, in deren Restauration, befindet.

Haken an der Sache war nur, es handelte sich um ein verunfalltes Flugzeug, welches in 1998

bei Dreharbeiten zu einer Fernsehserie von einem PKW angefahren wurde und erheblich beschädigt wurde. Der damalige Besitzer wollten das Flugzeug nicht mehr wiederherstellen und so erworben wir dann die Reste des Flugzeuges. Anfang Januar 2000 holten wir dann das Flugzeug aus der Eifel ab und fingen sofort mit der Schadensanalyse an, um zu sehen wie aufwendig das ganze Projekt ist. Da im Rumpf einige Stahlrohre verbogen und zerstört waren brachten wir das Rumpfgerüst zu einem befreundeten Flugzeugschweißer aus dem Nachbarverein in Achmer. Hier wurden dann sachgemäß die Rohrkonstruktion wieder instandgesetzt. Zurück in Rheine, wurde dann das ganze Stahlrohr entlackt und neu, entsprechend den gültigen Vorschriften, lackiert und nachdem auch die Einbauten wieder an ihrer Stelle saßen neu mit Stoff bespannt. Die beschädigte Tragfläche sowie das Höhenleitwerk welche komplett aus einer bespannten Holzkonstruktion bestehen, wurden repariert und neu bespannt. Die ganze Lackierung wurde in Handarbeit neu aufgebracht. Um eine Vorstellung davon zu bekommen wie lange so etwas dauert, wir wurden im Juni 2002 fertigt, haben im Schnitt zu dritt jede Woche in der Summe ca. 20 Stunden aufgebracht, das macht ca. 2000 Arbeitsstunden!

Im Juni 2002 war es dann soweit und das restaurierte Flugzeug wurde dem Prüfer für Luftfahrtbedarf zur Wiederzulassung vorgestellt und erhielt dann vom Luftfahrtbundesamt seinen Segen. Seit dieser Zeit fliegen wir dieses Flugzeug regelmäßig in Rheine Eschendorf und haben unter anderem auch Flugtage in Achmer und Nordhorn besucht und immer wieder aufgrund des Aussehen für Aufmerksamkeit gesorgt. Mitterweile wissen wir das es sich bei unserem Baby um das einzige zugelassene Muster seiner Art in Deutschland, wenn nicht sogar in ganz Europa handelt. Selbst in der Schulung haben wir es schon benutzt. Na ja zu den Flugleistungen kann man nur sagen das es für eine Platzrunde gerade reicht was bei einer Gleitzahl von 1:18 auch nicht verwunderlich ist. In der Summe sagen wir heute, es hat sich gelohnt, wir haben viel dabei gelernt und dafür gesorgt das ein Oldtimer, der in den 50er Jahren den Segelflug in Deutschland wieder mit ermöglichte, wenigstens in einem Exemplar der Nachwelt erhalten bleibt.

 

Die Oltimerfreaks des LSV-Eschendorf, auch genannt Luft-Schrott –Verwerter!